Weiße Trauminseln von Mosambik

Die Weltkarte der Luxusreisen muss neu gestaltet werden. Mosambik schließt zu den globalen Traumzielen auf. Ostafrikas unberührte Küste am indischen Ozean lockt mit Stränden, Inseln und Sanddünen, die in ihrer Schönheit nicht zu übertreffen sind. Und selbst erfahrene Weltenbummler müssen erst mal googeln, wo Quirimbas Archipelagos und Bazaruto Island liegen. Die Rani Resorts bürgen hier für ökologisch zertifizierte Exklusivität.

Thomas Veszelits

Meeresgrün, Farngrün, Tannengrün. Der Verlauf geht von Türkis ins Kobaltblau über. Die perlweißen Sandbänke umranden eisblaue Lagunen, das seichte Smaragdgrün verdunkelt sich in ein tiefes Nachtblau. Und am Horizont, wo das Tintenblau des indischen Ozeans beginnt, leuchtet grell Fidschigrün auf. In diesem Aquarell fließen die Farben, als würden sie gerade frisch ins Wasser gegossen. Gebannt ans Fenster der Cessna-Propellermaschine gepresst, drückt man unentwegt auf den Auslöser, lässt die Handycam mitlaufen. Die ganze Küste möchte man in der Kamera mitnehmen. Wer sie mal gesehen hat, wird um poetische Worte ringen, aber der Echtzeiteindruck ist unbeschreiblich.

Mosambiks einsame Archipele und Atolle. Die Quirimbas-Kette im Norden, die Bazaruto Gruppe gegenüber der Landesmitte. Wie viele Inselformationen es insgesamt sind, hat niemand gezählt. Bisher nur den Romantiksuchern vorbehalten, herrscht in diesem versteckten Winkel kein Tourismus der üblichen Massenart. Man kommt sich vor, wie in Afrika vor hundert Jahren, aber das mit einem Komfort von heute. Innlandflüge legt man in superschnittigen brasilianischen Düsenjets Embraer zurück, in Ledersitzen mit Beinfreiheit, bequem wie in einem Rolls Royce. Die Luftwege kreuzen sich an brandneuen Flughäfen. Hinter lichtdurchfluteten Glaswänden warten klimatisierte Hallen mit glänzenden Marmorböden. Womöglich trifft man in diesem Land mit einer gegenwärtigen Wachstumsrate von 7,7 Prozent auch lokale Politiker. Mit den Linienmaschinen zu ihrem Wählervolk unterwegs, werden sie vor Ort mit Trommelfeuer, Trillerpfeifen und Tanz empfangen. Da stolziert man als zufällig Mitreisender hinter dem Ministertross über die Piste her. Die Schulklassen winken, die Samba-Stimmung kocht. Mosambik klingt brasilianisch. So begrüßt, wächst die Gewissheit, es werden glückliche Urlaubstage sein. Von Palmen beschattet, von exotischen Düften umweht, von fröhlichen Einheimischen bedient. Der Zungenschlag ist portugiesisch. In Hotels und in jeder Lodge spricht man ein passables Englisch.

 

PEMBA BEACH RESORT

Entscheide dich! Das Drehkreuz, wo man zwischen Strandurlaub oder Safari wählt, heißt Pemba. Eine quirlige Stadt im Norden Mosambiks, nahe der Grenze zu Tansania. Meist kombiniert man beides. Zuerst Elefanten im Lugenda Wilderness Camp an den Victoria Wasserfällen oder in der Old Ursula Lodge ebenda. Danach warten an den Riffen bunte Fische. Oval, flach, katzengroß, eckig wie ein Karton mit ebensolchen Namen: Kofferfisch, Süßlippe, Fledermausfisch und der mit der Krone ist der Kaiserfisch. Der Zwischenstopp im Pemba Beach Hotel hat bereits etwas von dem Film “Jenseits von Afrika”. Man fühlt sich wie Robert Redford und Meryl Streep. Das Ambiente ist arabisch. In Orangefarben eines Wüstenforts strahlt das Gemäuer. Die Karawane des Hadschi Halef Omar müsste sogleich eintreffen. Es ist aber Hemingways Geist, den man in der Bar trifft. Ausgestopfte Köpfe von Elefanten, Antilopen, Zebras, Krokodilen und eines Nashorns als Trophäen hängen an den Wänden. Alte Kupferstiche mit Jagdszenen, Dschungelmotive und wilden Tieren überall: Gleich beginnt das Abenteuerblut in den Adern zu pochen. Man merkt es am Appetit: Der gegrillte Rotbarsch wird der Beste sein, den man je serviert bekam. Im SPA whirlt man zur Entspannung unter den Palmen mit Strandpanorama. Und wieder betören die Farben. Der Sand wechselt zwischen Bahamagelb, Impalabraun, Sterlinggrau und Anthrazitschwarz. So eingestimmt, macht man sich am nächsten Tag zum Islandhopping auf. Die Rani Resorts bieten dafür ein perfektes Programm.

MATEMO ISLAND

Der Palmenstrand zieht sich soweit das Auge reicht. Unter den Wipfeln versteckt, stehen 24 ökologisch gebaute Villas. Alle Materialen bis auf die Grohe-Armaturen und Zara-Lampen stammen von der Insel. Strohdach, Holzterrasse, eine Dusche im Freien, die Sonnenliegen parken unter einem Bambusschirm. Der wahre Millionärsluxus ist hier der Platz. Mehr davon bekommt man wohl nirgendwo. Im Clubhaus im marokkanischen Marktplatzstil versinkt man zwischen Kupferkannen, Kuckucksuhren und Wandteppichen in buntgestreiften Polstergarnituren. In den blauen Pool unter einer schrägen Palme getaucht, bringt der Butler einem die Drinks eisgekühlt zum Beckenrand. Abends am Strand gedeckt, wird das Dinner bei Kerzenlicht zelebriert. Aber es ist noch nichts im Vergleich zum Lunch, individuell unter einem tausendjährigen Baum arrangiert. Ist der Stamm im Durchmesser mindestens fünf Meter dick, so würde der Astumfang der Baumkrone gut einen ganzen Tennisplatz abdecken. Fingerfood und ein köstlicher Tropfen nur für Zwei. Von Romantik überwältigt, ist man vorerst sprachlos.

Als Tagesausflug schippert man zur Insel Ibo hinüber. Ein Schnellgang durch eine fast 800-jährige Geschichte folgt. Zuerst kamen die Araber, bauten hier eine Handelsstation für Gold, Perlen, Weihrauch und Gewürze. Ab 1497 übernahmen die Portugiesen, setzten neben den islamischen Mauern ein katholisches Kloster hinzu, verpachteten die Schiffslager an Engländer, schossen aus Kanonen auf die Holländer und Franzosen. Aber nichts währt ewig. Ab 1975 wurde das Feld marxistisch. Die DDR-Genossen leisteten Entwicklungshilfe. Einige MZ-Motorräder aus Zschopau rattern immer noch im Staub. Doch alles, alles vorbei, zerfallen die Straßen pittoresk, brechen die Dächer ein und die Baumwurzeln sprengen die portugiesischen Verandas. Dafür gibt es zwei neue Schulen, der Kinderlärm füllt die Luft, Aussteiger finden bei Aussteigern eine Unterkunft. Da schätzt man erst recht nach der Rückkehr auf Matemo den Luxus mit umweltfreundlichem Öko-Touch.

Ein faszinierendes Naturschauspiel wird dann zum Höhepunkt. Bei Ebbe läuft man dem Meeresrückzug nach. Die Wattwanderung zwischen Schnecken, Muscheln, Seesternen, flüchtenden Krabben und starren Mollusken führt über geriffelten Sandboden. In Kometensilber, Oysterbeige, Lichtgelb, Onyxweiß und Chalcendongrau glitzern die Sandkörner. Der feuchte Meeresgrund flimmert wie das Schaufenster eines Juweliers. Drei oder vier Tage mindestens sind vonnöten, um die von solchen Eindrücken davon geflogene Seele wieder einzufangen und zur nächsten Insel zu hüpfen.

MEDJUMBE PRIVATE ISLAND

Weit draußen im indischen Ozean erstrahlt eine schmale Landzunge. Feinster Muschelsand in Schneeweiß. Man fühlt sich beim Anflug mit der Propellermaschine wie in einem fliegenden Kanu. Links und rechts die Hand ausstrecken, so stellt man sich vor, das Meer beiderseits berühren zu kommen. Und wo will der Pilot landen? Die Baumwipfel kratzen fast an den Flügeln, der Bremsweg auf der kurzen Betonpiste endet knapp bei den auslaufenden Wellen. Begrüßt von Lodge-Manager Victor Fernandez, einem gemütlichen Portugiesen, bezieht man einen der nur 13 Bungalows. Alle direkt am Strand. Vom Himmelbett sind es nur ein paar Schritte in das saphirblaue Wasser. Warm wie in der Badewanne. Noch herrscht Ebbe. Der entblößte Meeresgrund gleicht einer schneeweißen Sahara. Mitten im Ozean, irre wie die Fata Morgana. Doch der lange Fußmarsch ist real, der Horizont rückt immer weiter in die Ferne. Die unvergleichbare Weite blendet wie ein Gletscher, in der flirrenden Luft erscheinen die auf dem Trockenen liegenden Boote wie Luftschiffe. Surreal wie bei Salvador Dalí. Die Flut kommt erst gegen Mittag. Dann verschwindet das magische Bild.

Der Tag geht, das Wasser steigt. In den Abendstunden prallen am Scheitelpunkt der Lagune die trägen Buchtwellen gegen die stürmische Ozeanbrandung. Wie Geysire gischtet es hoch. Die Möwen halten die Sandbank besetzt. Man spielt mit ihnen ein Spiel, läuft auf sie zu, der Schwarm fliegt auf, lässt sich nach einer Flugrunde am anderen Ende der Sandbank nieder. Also der nächste Anlauf, die nächste Flugrunde. Nochmals und nochmals. Bis die Sonne im Meer versinkt. Da gehen die Lichter im Clubhaus an.

Mit alten Möbeln bestückt, grüßt der nostalgische Kolonialstil. Arabisch, indisch, portugiesisch, afrikanisch. Unverkennbar aus einem englischen Landhaus stammen die breiten Schlafsofas. Gemütlich, als wäre man bei einem Orientschriftsteller zu Besuch. Unter dem hohen Dachdreieck gibt es auch eine Bibliothek. Da kann das Tropengewitter kommen, wann es will. Es muss nicht immer nur der strahlend blaue Himmel sein. Ein grauer Tag mit bleischweren Wolken dicht überm Meer übt eine mystische Faszination aus. Auf einer Couch ausgestreckt, schmökert es sich bei Schnürlregen in entspannter Ruhe. Man spürt die Naturgewalt hautnah, so weit weg im indischen Ozean, verloren im kosmischen Nirgendwo.

Als Kontrast zum Robinson-Feeling kommt die noble Attitüde. Die Kellner in gestärkten Hemden, jeden Tag frisch gebügelt, nehmen Haltung an. Selbst das eisgekühlte Wasser aus den Flaschen mit Bügelverschluss wird wie edler Wein in die Gläser gefüllt. Mit einer Serviette über dem Arm tragen die Boys korrekt Tomatencremesuppe mit Koriander gewürzt, Tintenfisch und Gambas vom Grill auf. Die Krustentiere sind in dieser Inselwelt das Essen der armen Fischer. Größere Portionen von Langusten und Hummer als hier bekommt man nirgendwo. Und wohl auch keinen besseren Tee. Auch der bleibt als Erinnerung an Medjumbe unvergesslich, weil es dazu eine Anekdote gibt. Als wir auf der Terrasse einen schwarzen Tee bestellen wollten, hat sich der Barkeeper entschuldigt. “Sorry, no black tea. Only fiff rosis!” – “Ist es auch ein Tee?”, fragten wir. “Yes!” – Okay, wir haben ihn probiert. Auf dem Aufgussbeutel entpuppte sich die Bezeichnung “Fiff roses” als “Five Roses”. Eine seltene Mischung aus Südafrika. Der einzige Schwarztee, der auch beim langen Stehenlassen nicht bitter wird.

INDIGO BAY, BAZARUTO ISLAND

Voll gegen die Wand. Über hundert Meter hoch, besteht sie aus goldgelbem Sand. Rund 38 Kilometer lang zieht sich diese Küstenbarriere als ein Naturreservat. Ein Vogelparadies mit 180 Arten, Jumbo-Schmetterlingen und Kurzhorn-Chamäleons in den seltenen Gewächsen. Ein kurzer Nervenkitzel beim Anflug. Die röhrende Cessna Skyhawk streift fast den Dünenkamm. Gleich dahinter liegt die holprige Landebahn. Zwischen den Rosenbüschen versteckt, liegt die Lodge mit einer luftigen Lobby. Koloniale Details sorgen für Flair. Die Terrasse mit maurischen Jalousien öffnet sich in den Blumengarten. Der steile Hang ist bedeckt mit frisiertem Rasen. Königliche Palmen wetteifern in der Höhe mit den Akazien-Bäumen, deren ausladende Äste sich wie bei einer Häkelgardine ineinander verwirren. Über Holzplankenwege gelangt man zu den Villas, innen mit stilvollen Designermöbeln ausgestattet. Dunkle Hölzer und Stoffe in den Farben Curry, Walnuss und Zimt prägen das Interieur.

Von allen Rani Resorts konzentriert sich in dieser Anlage der meiste Luxus. Pool, Strand, Liegewiesen gepflegt wie in einem Schönheitssalon. Am höchsten Punkt der Insel liegt der Sanctuary Spa. Das Tatler Magazin in Hongkong stufte es unter die 25 weltweit führenden Wellness-Oasen ein. In der luftiger Hoheitssphäre der königlichen Kormorane brodelt der Whirlpool. Beim atemberaubenden Fernblick tankt man afrikanische Energie, Vitalität und gute Laune. Verwöhnt von Produkten aus Essenzen von Frangipani, Elemis oder Moya-Fruchtnektar werden für Treatments lokale Kostbarkeiten verwendet, darunter auch aus Fynbos, den am Hang wachsenden Heidekräutern. Ihre lila Farbe gab der Bucht auch den Namen – Indigo Bay.

Und nicht vergessen! Unbedingt Sand-Surfing ausprobieren. Ideale Rutschpisten auf den himmelhohen Dünen. Die Boards werden zuvor gewachst und schon gleitet man wie auf frischem Schnee. Der Sand ist auch kühl. Man kann nicht anders, als barfuß in den Sonnenuntergang hinein laufen. Der Himmel färbt sich von Goldgelb auf Blutrot. Glückshormone schütten sich aus. Indigo Bay grenzt unmittelbar an Nirwana. An deren Pforten mal gestanden zu haben, diese Erinnerung lässt einen nie mehr los. Nie mehr!

www.raniresorts.com
www.anantara.com

Fliegen mit Ethiopian Airlines

Die modernste Flotte Afrikas, bestmöglicher Service, seit 65 Jahren im Flugdienst. Der Präsident der Weltbank, Robert B. Zoellick, lobt das Wirtschaftspotential des Landes als “Jenseits der Hilfe!” Die Ethiopian Airlines tragen maßgeblich zu dem Fortschritt bei. Verbindungen aus allen europäischen Hauptstädten, mehr als 70 internationale Destinationen, täglich eine Maschine von Frankfurt nach Addis Abeba. Flugs ist man am Dreh- und Angelpunkt aller weiteren afrikanischen Verbindungen. Modern und komfortabel, mit neuen Maschinen in der Lufthansa Allianz eingebunden. Mit exotischem Flair punktet man zusätzlich. Das Bordcatering meldet sich mit Aromen der orientalischen Gewürze. Das Hühnchen schmeckt nach hoher Kochkunst, der Fisch duftet, als würde er gerade frisch aus dem Meer gefangen. Und das über den Wolken, noch ein Grund, nach Mosambik mit Ethiopian Airlines zu fliegen. Von Frankfurt nach Addis Abeba sind es sieben Stunden, von Addis Abeba nach Maputo fünfeinhalb Stunden. Im Musikkanal bekommt man einen Vorgeschmack auf etwas ganz Besonderes: Äthiopischer Jazz und Lounge Music. Wetten, dass man sich eine CD von Girma Moges oder Nebiyu T. Kebede noch im Flugzeug kauft? Der Sound federt, hören Sie mal “Swinging Addis” – und Sie reden nie mehr von Buena Vista Social Club.

 www.ethiopianairlines.com